Schwerbehindertenausweis

Beantragung, Voraussetzungen, Inhalte

Menschen mit Behinderung können spezielle Rechte und Nachteilsausgleiche in Anspruch nehmen. Dafür müssen Sie ihre Behinderung nachweisen können. Personen mit einem Grad der Behinderung (GdB) über 50 erhalten hierfür einen Schwerbehindertenausweis.

Rollstuhl - transparent

©istockphoto.com/DSGpro

Antragstellung

Voraussetzung für die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises ist ein Antrag auf Feststellung der Behinderung beim Versorgungsamt. Das Ergebnis der Prüfung wird dem Antragsteller in einem Feststellungsbescheid mitgeteilt. Der Feststellungsbescheid enthält teilweise sehr detaillierte Informationen zum Gesundheitszustand, die Dritten nicht unbedingt zugänglich gemacht werden sollten. Menschen mit einem GdB von wenigsten 50 erhalten deshalb zusätzliche einen Schwerbehindertenausweis, um ihre Schwerbehinderung z. B. bei der Beantragung von Leistungen nachweisen zu können.

GdB und Merkzeichen

Der Schwerbehindertenausweis informiert über den vorliegenden Grad der Behinderung. Einige Rechte und Nachteilsausgleiche wie z. B. die unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Nahverkehr können aber nur in Anspruch genommen werden, wenn neben der Schwerbehinderteneigenschaft noch weitere gesundheitliche Voraussetzungen vorliegen. Auch diese sind im Schwerbehindertenausweis festgehalten. Dies erfolgt über die sogenannten “Merkzeichen”:

  • G: Erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr
  • B: Notwendigkeit ständiger Begleitung
  • aG: Außergewöhnliche Gehbehinderung
  • RF: Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht
  • H: Hilflosigkeit
  • Bl: Blind
  • Gl: Gehörlos

Einen Überblick über verschiedene Rechte und Nachteilsausgleiche für Menschen mit Behinderung, die der jeweiligen Höhe des GdB und der Merkzeichen verbunden sind, finden Sie hier…

Der Ausweis

Der Schwerbehindertenausweis ist grün. Auf der Vorderseite sind ein Lichtbild und die persönlichen Angaben des Ausweisinhabers zu sehen. Ein Ausweis, der zur unentgeltlichen Beförderung im öffentlichen Nahverkehr berechtigt (Merkzeichen G, aG,H, Bl, Gl), hat außerdem einen orangen Aufdruck. Die Infos zum Grad der Behinderung und die Merkzeichen (außer B) finden sich auf der Rückseite des Ausweises. Der Ausweis ist bei Erwachsenen auf 5 Jahre befristet ausgestellt. Für Kinder und Jugendliche gelten kürzere Befristungen. Anschließend wird der Ausweis verlängert. Nach zwei Verlängerungen wird ein neuer Ausweis ausgestellt. Auf die Verlängerung des Ausweises besteht ein Rechtsanspruch. Die Behörden können, wenn sie eine Änderung des Gesundheitszustandes vermuten, eine Nachprüfung einleiten. Dies ist aber zu jedem Zeitpunkt möglich – nicht nur bei Verlängerung des Ausweises.

Kein Ausweis bei einem GdB unter 50

Menschen mit einem festgestellten GdB von 20 bis unter 50 erhalten einen Feststellungsbescheid, aber keinen Schwerbehindertenausweis und damit auch keine Merkzeichen. Bei einem GdB über 30 aber unter 50 kann bei der Agentur für Arbeit eine Gleichstellung mit Menschen mit Schwerbehinderung beantragt werden.

Rückgabe des Schwerbehindertenausweises

Manchmal wird eine offiziell festgestellte Behinderung als negativ empfunden, z. B. bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz. Ein Schwerbehindertenausweis kann dann aber nicht einfach zurückgegeben werden. Es ist allerdings möglich, beim Versorgungsamt einen Änderungsantrag zu stellen und bestimmte gesundheitlichen Einschränkungen bei der Beurteilung des Grad der Behinderung auszuschließen. Welche Handicaps bei der Feststellung berücksichtigt werden sollen und welche nicht kann der Antragsteller nämlich selbst entscheiden. Wird dann vom Versorgungsamt ein GdB unter 50 ermittelt, wird der Ausweis eingezogen. Ein solcher Schritt sollte aber in jeden Fall wohl überlegt sein, da damit sämtliche Schwerbehinderten-Vergünstigungen wegfallen. (CS)

Unser Magazin - Kategorie: Behinderung & Recht

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